Die Gemeinde Ramingstein setzt seit langem immer wieder erfolgreich kulturelle Akzente im Salzburger Land. In Zusammenarbeit mit der Theatergruppe MOKRIT fand zum dritten Mal in Reihe eine Uraufführung statt.
Eingebettet in den Auf- und Niedergang des wirtschaftlichen Booms vor 100 Jahren im Lungau spielt das neue Stück "Die Fabrik". Der Grundstoff Holz war Grundlage, um 1900 in Ramingstein eine Papierfabrik zu errichten, deren Produkte hauptsächlich in den Export gingen. So wurde das Ramingsteiner "Hirschenpapier" (als Markenzeichen wurde ein Hirsch eingedruckt), bis China und Ägypten exportiert. Erst mit dem zweiten Weltkrieg kam die Produktion zum Erliegen. Die großteils noch vorhandenen Werksanlagen beherbergen heute die Baustofferzeugung iso-span.
Anhand frei erfundener Geschehnissen läßt der Tamsweger Autor Mark Ubl, dessen Stücke "Die Bettlerhochzeit" (1998) und "Der Alchimist" (1999) beide im Rahmen der Ramingsteiner Theatertage uraufgeführt wurden, das damalige Leben an Original-schauplätzen wieder aufleben. Regie führt der Salzburger Schauspieler und Regisseur Gerhard Es. Dargestellt wird das Schicksal der Familie Franz Seitlinger und das Aufblühen der Ramingsteiner Papierfabrik sowie deren Untergang ein Viertel Jahrhundert später unter Einbeziehung zeitgeschichtlicher regionaler und internationaler Aspekte. Dramaturgisch gewinnt das Stück "Die Fabrik" durch die wohl einmalige und effektvolle Einbindung der historischen Murtalbahn samt Dampflokomotive.
Musikalisch wurde das Stück von der mittlerweile international anerkannten Lungauer Musikband "Die Querschläger" begleitet. Weiterhin war die Musikkapelle Ramingstein in das Bühnengeschehen musikalisch miteingebunden.
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